Die von der gemeinnützigen Greyfield Stiftung und der Universität St. Gallen (HSG) entwickelte Masterclass „Change the Real Estate Industry“ wird zum offiziellen Certificate of Advanced Studies (CAS) weiterentwickelt. Nach der Premiere 2025 findet die Masterclass im Oktober 2026 zum zweiten Mal statt. Im Herbst 2027 wird dann der erste Jahrgang des neuen CAS-Programms starten.
Damit wird das gemeinsame Engagement der Greyfield Stiftung und der Universität St. Gallen für die Transformation der Bau- und Immobilienwirtschaft auf die nächste Stufe gehoben. Was zunächst als kompaktes Weiterbildungsformat für Führungskräfte begann, wird zu einem umfassenden berufsbegleitenden Hochschulprogramm ausgebaut.
„Für uns ist die Weiterentwicklung zum CAS ein großer Erfolg und zugleich eine Bestätigung unseres Ansatzes. Als wir die Masterclass gemeinsam mit der Universität St. Gallen ins Leben gerufen haben, ging es uns darum, Führungskräfte zu befähigen, Transformation nicht nur zu verstehen, sondern sie in ihren Unternehmen tatsächlich umzusetzen. Dass daraus nun ein dauerhaftes Hochschulprogramm entsteht, zeigt, wie groß der Bedarf in der Branche ist“, so Sarah Dungs, Vorstand der gemeinnützigen Greyfield Stiftung.
Transformation braucht neue Führungskompetenzen
Ausgangspunkt des Programms sind die tiefgreifenden Veränderungen, vor denen die Bau- und Immobilienwirtschaft steht. Dekarbonisierung, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, neue Wertschöpfungsmodelle, regulatorische Anforderungen und volatile Märkte verändern nicht nur Geschäftsmodelle. Sie stellen auch neue Anforderungen an Führung.
Im Mittelpunkt der künftigen CAS steht deshalb eine Frage: Wie können Führungskräfte Orientierung bekommen und tragfähige Entscheidungen treffen, wenn Rahmenbedingungen komplexer werden und eindeutige Antworten fehlen?
Das Programm setzt dabei nicht allein auf Wissensvermittlung. Es verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse der Universität St. Gallen mit realen Herausforderungen aus der Unternehmenspraxis, persönlicher Führungsentwicklung, Peer-Coaching und dem Austausch mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Technologie und weiteren Branchen.
„Transformation entscheidet sich nicht allein an Technologien oder neuen Geschäftsmodellen. Sie entscheidet sich vor allem daran, ob Menschen in Verantwortung in der Lage sind, unter Unsicherheit zu entscheiden, Organisationen mitzunehmen und Veränderungen konsequent umzusetzen. Genau diese Fähigkeiten wollen wir vermitteln“, führt Dr. Christoph Mund, Programmleiter Change & Innovation an der Universität St. Gallen, aus.
Drei Module und Learning Journey
Das geplante CAS-Programm folgt einer dreistufigen Lernreise. Im ersten Modul steht die eigene Führungspersönlichkeit im Mittelpunkt: Wie lassen sich auch unter Unsicherheit tragfähige Entscheidungen treffen, Orientierung vermitteln und die persönliche Wirksamkeit erhöhen? Das zweite Modul richtet den Blick auf Teams und Organisationen. Die Teilnehmenden beschäftigen sich u.a. mit der Psychologie von Veränderung, Unternehmenskultur, leistungsfähigen Teams und der Frage, wie strategische Transformation tatsächlich umgesetzt werden kann. Im dritten Modul geht es um die Zukunft der Bau- und Immobilienwirtschaft. Themen wie Dekarbonisierung, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, neue Wertschöpfungsmodelle, Szenario-Planung und Innovation werden mit der Frage verbunden, wie Unternehmen Wandel frühzeitig erkennen und aktiv gestalten können.
Begleitet werden die Module von einer Learning Journey mit Peer-Coaching und individuellem Sparring. Die Teilnehmenden können reale Herausforderungen und Transformationsvorhaben aus ihrem eigenen Unternehmenskontext einbringen und bearbeiten diese über die gesamte Programmlaufzeit hinweg. Ziel ist es, Weiterbildung unmittelbar mit konkreter Umsetzung im Unternehmen zu verbinden.
Wissen soll in die Branche zurückfließen
Eine Besonderheit des Konzepts ist der Aufbau eines geschützten Wissenssystems mit einem KI-basierten Coach. Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Programm sollen darin gebündelt und für die Teilnehmenden bei konkreten Fragestellungen im Führungsalltag nutzbar gemacht werden. So soll über die einzelnen Module hinaus eine lernende Community über den Abschluss des Studiums hinaus entstehen.
„Die Bau- und Immobilienwirtschaft verfügt längst über enormes Fachwissen. Die entscheidende Frage ist heute, wie daraus Veränderung entsteht. Deshalb wollen wir keinen klassischen Weiterbildungskurs schaffen, bei dem Wissen vermittelt und anschließend abgefragt wird. Entscheidend ist, was die Teilnehmenden danach in ihren Unternehmen anders machen. Genau dieser Transfergedanke war schon Kern der Masterclass und wird im CAS-Programm konsequent weiterentwickelt“, so Prof. Dr. Roland Füss, Professor für Real Estate Finance an der Universität St. Gallen.
Für die Greyfield Stiftung ist der CAS zugleich Teil eines weitergehenden Engagements für die Transformation der Bau- und Immobilienwirtschaft. Die Stiftung initiiert Wissenstransfer, bringt Akteure zusammen und entwickelt Formate, die Veränderung über einzelne Projekte und Unternehmen hinaus in der Branche verankern sollen.
Dungs: „Einzelne Projekte können zeigen, dass Transformation funktioniert. Eine Branche verändert sich aber erst, wenn Wissen geteilt wird und Menschen in Verantwortung die Kompetenz und den Mut haben, neue Wege tatsächlich zu gehen. Mit CAS schaffen wir gemeinsam mit der Universität St. Gallen dafür eine langfristige Struktur.“
Start für Herbst 2027 geplant
Der Weiterbildungsstudiengang „Leading the Real Estate Industry“ wird im Herbst 2027 starten und drei Präsenzmodule in St. Gallen und München umfassen. Das Programm wird in deutscher Sprache durchgeführt. Neben modulbezogenen Leistungsnachweisen bearbeiten die Teilnehmenden ein unternehmensbezogenes Transferprojekt, das zum Abschluss präsentiert und gemeinsam mit Dozierenden und Teilnehmenden reflektiert wird.
Bereits im Oktober 2026 findet an der Universität St. Gallen zum zweiten Mal die Masterclass „Change the Real Estate Industry“ statt. Die Absolvent:innen haben die Möglichkeit, sich die Qualifizierung an den nächsten Studiengang anrechnen zu lassen. Sie bildet damit zugleich den nächsten Meilenstein auf dem Weg zum neuen CAS-Programm. Weitere Informationen und Bewerbung unter: