Der gestiegene Zinsdruck der letzten drei Monate sorgt endgültig dafür, dass 2026 nicht zum Jahr des erhofften Aufschwungs am Immobilieninvestmentmarkt wird. Nach Angaben von Colliers wurden in Deutschland in den ersten neun Monaten Immobilien im Wert von 21,6 Milliarden Euro gehandelt. Damit lag das Transaktionsvolumen am Investmentmarkt (Wohnen und Gewerbe) 9 Prozent unter dem Vorjahreswert. Auf das institutionelle Wohnsegment ab zehn Wohneinheiten entfielen rund 6,1 Milliarden Euro und damit 7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Gewerbeimmobilien erzielten mit 15,5 Milliarden Euro etwa 10 Prozent weniger Umsatz als im Vergleichszeitraum 2025.
Nach elf Quartalen mit einem stabilen Transaktionsvolumen von jeweils rund 6 Milliarden Euro fiel das Dreimonatsergebnis zum zweiten Mal in Folge unter die Marke von 4,5 Milliarden Euro und erreichte im dritten Quartal lediglich 4,4 Milliarden Euro. Auch die Zahl der Transaktionen lag mit 226 unter dem Quartalsschnitt, der seit der drastischen Marktkorrektur Mitte 2023 rechnerisch bei 265 liegt. Die Durchschnittsgröße pro Abschluss verharrt knapp unter der 20-Millionen-Euro-Marke. Insgesamt zeigt sich erstmals seit der Marktstabilisierung Mitte 2023 wieder eine spürbare Abschwächung der Transaktionsaktivität.
Zins- und Finanzierungsumfeld über den Sommer deutlich angezogen
Die geopolitischen Spannungen und die damit verbundenen Unsicherheiten hinsichtlich Inflation, Staatsausgaben und Kapitalmarktrenditen erschweren derzeit die Kalkulation langfristiger Investmententscheidungen. Die Folgen sind längere Entscheidungsprozesse sowie höhere Anforderungen an Rendite und Risikoprämie.
Michael R. Baumann, Head of Capital Markets Germany bei Colliers, zu den Auswirkungen: „Kaufpreise für bereits im Transaktionsprozess befindliche Assets werden neu kalkuliert. Das verzögert Abschlüsse zusätzlich. Gleichzeitig beobachten wir, dass insbesondere bei institutionellen Bestandshaltern die Erkenntnis weiter zunimmt, Preisnachlässe und Wertkorrekturen akzeptieren zu müssen, um notwendige, liquiditätsstiftende Portfoliobereinigungen vornehmen zu können. Finanzierende Banken sind teilweise zu Haircuts bereit. Der Markt verfügt grundsätzlich über ausreichend investierbares Kapital. Der entscheidende Engpass bleibt aktuell die Preisfindung zwischen Käufern und Verkäufern.“ Darin sieht Baumann eine wesentliche Voraussetzung, die Investitionsbereitschaft derzeit aktiver Käufergruppen zu stärken. Insbesondere ausländische Kaufinteressenten bleiben angesichts der im internationalen Vergleich noch hohen Kaufpreise oft in Warteposition.







