BNP Paribas Real Estate veröffentlicht Marktzahlen für Q3 2026
Das Ergebnis auf dem Hotel-Investmentmarkt ist nach den ersten drei Quartalen in zweierlei Hinsicht zu betrachten. Auf der einen Seite steht durch fehlende Umsatztreiber mit einem Transaktionsvolumen von rund 1 Mrd. € zwar ein Rückgang um gut 27 % gegenüber dem guten Vorjahreszeitraum zu Buche. Auf der anderen Seite spiegelt die Zahl der Deals allerdings ein völlig anderes und damit deutlich positiveres Stimmungsbild wider: So flossen bis Ende September 2026 rund 27 % mehr Deals als 2025 in die Bilanz mit ein, wodurch für das Dreivierteljahr sogar die meisten Verkäufe seit Q1–3 2022 registriert werden konnten. Dies ergibt die Analyse von BNP Paribas Real Estate.
„Dementsprechend ist festzuhalten, dass die Marktdynamik im Hotelsektor keineswegs nachgegeben hat, sondern momentan lediglich sehr kleinteilig strukturiert ist. Dabei haben sämtliche Größenkategorien bis 50 Mio. € um jeweils rund 30 % zugelegt, während der Umsatz von Ticketgrößen über 50 Mio. € um knapp 65 % gesunken ist. Zu den großvolumigsten Deals gehörte hierbei der Verkauf von 11 Pentahotels in Deutschland, Belgien und Frankreich – 6 davon in Deutschland – sowie die beiden von BNPPRE begleiteten Transaktionen des Intercity- und des Excelsior Hotels in unmittelbarer Nähe des Frankfurter bzw. Münchener Hauptbahnhofs“, erläutert Alexander Trobitz, Geschäftsführer und Head of Hotel Services der BNP Paribas Real Estate GmbH.
Die Investmentaktivitäten internationaler Anleger spiegeln dasselbe Bild wie auf dem Gesamtmarkt wider: Demnach kommt die auch hier gute Dynamik nicht im Volumen, sondern ebenfalls in der gestiegenen Dealzahl zum Ausdruck. Insgesamt sind ausländische Investoren bis dato mit rund 500 Mio. € und anteilig gut 48 % am Umsatz beteiligt.
A-Städte: Lebhaftes Marktgeschehen ohne Großdeals, Gästeübernachtungen konstant auf hohem Level
Das Investoreninteresse an Hotel-Investments in Deutschlands tourismus- und wirtschafts-starken A-Standorten ist ungebrochen hoch und spiegelt sich in bis dato mehr als 20 erfolgreich abgeschlossenen Transaktionen wider. Gleichwohl summiert sich das Investment-volumen in den Top-7-Städten auf nur rund 508 Mio. €, was gegenüber dem Vorjahres-zeitraum einem Rückgang um knapp 37 % entspricht und der niedrigen Zahl an Transaktionen über 50 Mio. € geschuldet ist. Es fehlen aktuell noch die großvolumigen Core-Deals mit Leuchtturmcharakter, die 2025 über weite Strecken marktprägend waren. Einer höheren Transaktionsfrequenz in diesem Segment stehen ein limitiertes Angebot an Premium-Objekten sowie sehr aufwendige und sorgfältige Ankaufsprozesse entgegen.
In der Einzelbetrachtung der unterschiedlichen Städte sticht derzeit Berlin heraus. Hierbei kommt der Hauptstadt eine Vielzahl kleinerer Objekte bei einer großen Bandbreite verschiedener Formate (von Budget- bis zu eher höherpreisigen Konzepten bzw. Betreibern) zugute
(186 Mio. €). Umfangreicher investiert wurde auch in München, wobei neben dem Excelsior Hotel in erster Linie Verkäufe im Serviced-Apartments-Sektor anzuführen sind (131 Mio. €). Frankfurt (95 Mio. €), Hamburg, Düsseldorf (jeweils 37 Mio. €) und Köln (22 Mio. €) liegen dagegen unter der 100-Mio.-€- bzw. der 50 Mio.-€-Marke. Erneut positive Signale senden derweil die Performance-Kennziffern, wie unter anderem die Zahl der Gästeübernachtungen zeigt. In diesem Zusammenhang sind für fünf der sieben betrachteten Tourismusmetropolen konstante oder leicht steigende Halbjahresdaten gegenüber 2025 zu vermelden.
Perspektiven: Unverändert Rückenwind durch starke Gästezahlen, Dynamik bleibt hoch, vor allem im kleineren Segment
Auch wenn das Transaktionsvolumen der ersten neun Monate 2026 einen anderen Eindruck vermittelt, sind die Perspektiven für den deutschen Hotel-Investmentmarkt durchaus gut. Vor allem die um 27 % gestiegene Dealanzahl gegenüber dem Vorjahreszeitraum markiert dabei auch assetklassenübergreifend eine Bestmarke im Vergleich mit den Top-Objektarten aus dem Büro-, Retail- und Logistik-Segment.
Die Basis für eine lebhaftere Investmentdynamik bilden starke Gästezahlen und die sich in Konsequenz positiv entwickelnden wichtigen Key-Performance-Indikatoren zu Auslastungs-quoten, ADR und Rev-PAR. Vor allem der prosperierende Inlandstourismus, der zum Halbjahr einen neuen Rekordwert bei den bundesweiten Gästeübernachtungszahlen registrierte, fällt hier ins Gewicht. Gleichwohl bleiben Investoren sehr selektiv in ihren Ankaufsentscheidungen. Betreiber, Konzept und Performance müssen überzeugen. Erst im zweiten Schritt fließen Standort, Markt und Objektqualität ins Pricing einer erfolgreichen Transaktion ein.
„Für das Gesamtjahr 2026 zeichnet sich ein bundesweites Hotel-Investmentvolumen von rund 1,5 Mrd. € ab. Die im Markt befindlichen Transaktionen, mehrere davon auch im Bereich der 100-Mio.-€-Schwelle, lassen darauf schließen, dass die Abschlussdynamik im vierten Quartal noch einmal Fahrt aufnehmen und das Volumen vor allem durch Großabschlüsse noch einmal deutlich gehoben wird“, fasst Alexander Trobitz die Aussichten zusammen.
Link zum Marktbericht: https://www.realestate.bnpparibas.de/marktberichte/hotel-investmentmarkt/deutschland-report




