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„Ich gehe daher davon aus, dass der September-Schritt zunächst das Ende der aktuellen Straffung markiert“

Porträt von Maximilian Radert, Head of Product Development & Research bei KINGSTONE Investment Management.
Maximilian Radert, Head of Product Development & Research bei KINGSTONE Investment Management. Bildquelle: KINGSTONE RE

Maximilian Radert, Head of Product Development & Research, KINGSTONE Investment Management, mit einem Statement zur Zinserhöhung der EZB.

„Die Anhebung des Einlagensatzes um 25 Basispunkte auf 2,5 Prozent war weitgehend eingepreist. Auch zahlreiche Experten hatten sich zuletzt in Richtung eines Zinsschritts positioniert – ausgemacht war die Entscheidung aber keineswegs. Entscheidend ist daher nun weniger der Schritt selbst als die Frage, wie die EZB den weiteren geldpolitischen Kurs einordnet.

Für die Straffung spricht vor allem die zuletzt auf 3,3 Prozent gestiegene Inflation im Euroraum. Insbesondere höhere Energiepreise halten den Preisdruck deutlich über dem mittelfristigen EZB-Ziel von 2 Prozent. Gleichzeitig ist die Lage keineswegs eindeutig: Kern- und Dienstleistungsinflation zeigen sich bislang vergleichsweise moderat, breite Zweitrundeneffekte sind nur begrenzt erkennbar und auch der Arbeitsmarkt liefert ein gemischtes Bild. Nachlassende Lohnzuwächse, schwächeres Beschäftigungswachstum und moderatere Lohnstückkosten sprechen gegen einen automatischen Einstieg in einen neuen Zinserhöhungszyklus.

Ich gehe daher davon aus, dass der September-Schritt zunächst das Ende der aktuellen Straffung markiert. Das Mandat der EZB bleibt zwar klar auf Preisstabilität ausgerichtet, zugleich nehmen die Nebenwirkungen weiterer Zinserhöhungen zu: Höhere Kapitalmarktrenditen belasten Wachstum, Investitionen und Refinanzierungsbedingungen und verschärfen insbesondere für hoch verschuldete Staaten wie Frankreich und Italien den fiskalischen Druck. Gleichwohl dürfte die EZB weiterhin von Sitzung zu Sitzung entscheiden – vor dem Hintergrund volatiler Energiepreise, schwankender Finanzmärkte und insgesamt hoher geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheit.“

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