JLL-Studie sieht Transparenz als Schlüsselfaktor für wachsende Immobilieninvestments
Eine fortschreitende Digitalisierung, der verstärkte Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) und gezielte staatliche Reformen haben zu einer Zunahme der Transparenz und der Investmentumsätze in den führenden Immobilienmärkten weltweit geführt. Dies geht aus dem Global Real Estate Transparency Index (Greti) von JLL und LaSalle hervor, der alle zwei Jahre herausgegeben wird.
Europa ist weltweit nach wie vor die transparenteste Region mit Großbritannien und Frankreich auf den ersten beiden Plätzen sowie den Niederlanden auf Rang fünf. Deutschland reiht sich wie in der vorherigen Untersuchung auf Platz zehn ein. Die Top Ten komplettieren Australien (Rang drei), die USA (Rang vier), Kanada (Rang sechs), Neuseeland (Rang sieben), Irland (Rang acht) und Schweden (Rang neun). In der Kategorie „Highly transparent" sind zudem wie zuletzt Japan, Belgien und Singapur vertreten.
Deutschland hat seine Position durch Fortschritte bei der Berichterstattung über den Fremdkapitalmarkt sowie die Umsetzung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) gefestigt. Positiv werden die Rechtslage und die Transaktionsprozesse hierzulande bewertet. „Es gibt aber auch noch Verbesserungspotenzial, wie zum Beispiel bei der Verfügbarkeit von Marktdaten für alternative Immobiliensegmente“, unterstreicht Konstantin Kortmann, CEO und Head of Capital Markets JLL Germany. „Wir sehen, dass Deutschland internationales Immobilienkapital anzieht. Um die Attraktivität weiter zu steigern und zur absoluten Spitzengruppe der hochtransparenten Länder aufzuschließen, bedarf es der konsequenten Digitalisierung öffentlicher Datenbestände und die Schaffung zentraler, öffentlich zugänglicher Datenplattformen.“
Die aktuelle Studie bewertet die Markttransparenz in 88 Ländern sowie in 146 Städten weltweit anhand von 260 Einzelmerkmalen. Dazu gehören beispielsweise die Verfügbarkeit von Informationen zu Mieten, Belegungsraten und Preisgestaltung, Kennzahlen zu Transaktionsprozessen, dem regulatorischen/rechtlichen Umfeld sowie zur Nachhaltigkeit etwa in Bezug auf Gebäudestandards, Energieverbräuche und Klimarisiken. Demnach haben zwei Drittel der untersuchten Länder ihre Transparenz in den vergangenen zwei Jahren verbessert.
Die Hauptmotoren globaler Transparenzgewinne sind Länder im asiatisch-pazifischen Raum und in der MENA-Region (Mittlerer Osten, Nordafrika), darunter vier Golf-Staaten (Saudi-Arabien, Dubai, Abu Dhabi, Katar). Die 13 Länder, die als „hochtransparent“ eingestuft werden, haben in den vergangenen beiden Jahren 81 Prozent der globalen Immobilieninvestments angezogen. Das Transaktionsvolumen in dieser Gruppe ist um 64 Prozent gestiegen und übertrifft damit den Rest der Welt um 20 Prozentpunkte.
„Der Fokus auf Transparenz für Investoren war auf den globalen Immobilienmärkten noch nie so groß wie heute, da externe Herausforderungen wie geopolitische Spannungen in naher Zukunft zunehmende Aufmerksamkeit auf sich ziehen“, erklärt Richard Bloxam, CEO JLL Capital Markets. „Zusätzliche Faktoren wie Künstliche Intelligenz, höhere Standards bei den Nachhaltigkeitspflichten sowie der -berichterstattung und die wachsende Bedeutung alternativer Immobiliensektoren veranlassen Anleger dazu, mehr Transparenz zu suchen und einzufordern.“
KI beschleunigt Transparenzgewinne – und schafft neue Herausforderungen
Ein entscheidender Treiber der Transparenzverbesserungen ist die rasante Verbreitung von KI in der Immobilienwirtschaft. Über 90 Prozent der Nutzer und Investoren setzen mittlerweile KI-Tools ein, die beispielsweise große Datenmengen analysieren, Marktfundamentaldaten auswerten und Möglichkeiten auf den Kapitalmärkten prognostizieren. Regierungen digitalisieren zunehmend ihre Dienstleistungen und integrieren KI, um Effizienz zu steigern, Investitionen anzuziehen und Wachstum zu ermöglichen.
Gleichzeitig stehen die Branche und ihre Nutzer vor neuen Herausforderungen. So sind drei der vier größten Herausforderungen für Unternehmensimmobilienportfolios technologiebezogen: Cybersicherheit und Datenschutz, KI-Disruption sowie Unsicherheit über die Auswirkungen von KI auf den Flächenbedarf. Diese Unsicherheit macht Transparenz umso wichtiger, um die Auswirkungen auf Nachfrage, Marktgrundlagen und Preisgestaltung über Märkte hinweg zu verfolgen.