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Logistikmarkt Berlin: Flächenumsatz leicht unter Vorjahr

BNP Paribas Real Estate veröffentlicht Marktzahlen für Q3 2026

Auf dem Berliner Lager- und Logistikflächenmarkt wurde in den ersten drei Quartalen des Jahres ein Flächenumsatz von insgesamt 298.000 m² erzielt. Die schwache konjunkturelle Lage sowie geopolitische Unsicherheiten wirken sich dabei auch auf die Hauptstadtregion aus. Das Ergebnis liegt rund 7 % unter dem Vorjahreswert und etwa 18 % unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Dennoch belegt Berlin im Städte-Ranking hinter Frankfurt (320.000 m²) und vor Hamburg (283.000 m²) den zweiten Platz. Dies ergibt die Analyse von BNP Paribas Real Estate.

„Potenzielle Nutzer agieren nach wie vor zurückhaltend und warten vielfach zunächst die weitere wirtschaftliche Entwicklung ab. Entsprechend werden bestehende Flächen länger genutzt, anstatt zusätzliche Kapazitäten anzumieten. Gleichzeitig setzt sich der Trend einer verstärkten Nachfrage asiatischer Unternehmen fort. Diese Entwicklung, die sich in Nordrhein-Westfalen bereits verfestigt hat, ist seit Beginn des Jahres zunehmend auch in der Hauptstadtregion zu beobachten. Zwei der größten Vertragsabschlüsse des laufenden Jahres entfallen auf das asiatische E-Commerce-Unternehmen JD Logistics: Nach der Anmietung von rund 39.000 m² in Ludwigsfelde im ersten Quartal sicherte sich das Unternehmen im dritten Quartal weitere rund 25.000 m² Logistikfläche direkt im Berliner Kerngebiet“, erläutert Christopher Raabe, Geschäftsführer und Head of Logistics & Industrial von BNP Paribas Real Estate GmbH.

Da das verfügbare Flächenangebot derzeit insbesondere durch neu fertiggestellte, bislang noch nicht vermietete Objekte zunimmt, zeigen sich die Mietpreise seit Jahresbeginn stabil. Die Spitzenmiete liegt unverändert bei 8,30 €/m², die Durchschnittsmiete bei 7,30 €/m².

Logistiker durch Großabschlüsse im Ranking vorn

Logistikdienstleister haben bisher knapp 125.000 m² zum Flächenumsatz beigetragen. Damit erzielen sie den dritthöchsten Wert der vergangenen Dekade und übertreffen den 10-Jahresdurchschnitt um gut 21 %. Dabei zeichnen sie nicht nur für zwei der drei größten Abschlüsse im bisherigen Jahresverlauf verantwortlich, sondern vereinen zugleich eine Vielzahl kleinerer Verträge auf sich. Industrieunternehmen bewegen sich mit einem Marktanteil von rund 23 % im Bereich ihres langjährigen Durchschnitts. Mit der Anmietung von über 27.000 m² durch ASML, ein niederländisches Unternehmen der Halbleiterindustrie, wurde zudem ein weiterer Großabschluss in Berlin registriert. Die traditionell starken Handelsunternehmen präsentieren sich derweil unterdurchschnittlich, sind mit gut 19 % aber dennoch zweistellig am Marktgeschehen beteiligt. Auf sie entfallen im laufenden Jahr vor allem kleine und mittelgroße Verträge.

Die Betrachtung nach Größenklassen unterstreicht die vergleichsweise breite Nachfragebasis des aktuellen Ergebnisses. Dies gilt insbesondere für kleinere Flächeneinheiten: Mehr als 119.000 m² entfielen auf Mietverträge bis 5.000 m². Gleichzeitig wird das Gesamtergebnis weiterhin maßgeblich durch Abschlüsse über 20.000 m² geprägt. Im Größensegment zwischen 12.000 und 20.000 m² wurden dagegen bislang keine Vermietungen registriert.

Perspektiven

Trotz der anspruchsvollen wirtschaftlichen und geopolitischen Rahmenbedingungen zeigt sich der Berliner Logistikmarkt im Dreivierteljahr 2026 insgesamt solide. Die im Jahresverlauf gestiegene Zahl an Mietverträgen sowie mehrere großflächige Mietgesuche, die kurz vor dem Abschluss stehen, lassen auf eine Belebung im Schlussquartal schließen. So erscheint bis zum Jahresende ein Flächenumsatz jenseits der 400.000-m²-Marke durchaus realistisch, sofern die derzeit in Verhandlung befindlichen Verträge abgeschlossen werden können.

Für die kommenden Monate ist mit einer weiterhin soliden Nachfrage nach Logistikflächen zu rechnen. Gleichzeitig zeichnen sich leichte Verbesserungen der konjunkturellen Rahmenbedingungen ab. Führende Wirtschaftsinstitute haben ihre Prognosen für das BIP-Wachstum zuletzt deutlich angehoben. Darüber hinaus senden Frühindikatoren wie das ifo-Geschäftsklima wieder positive Signale, die der Marktdynamik neue Impulse verleihen könnten. Auch die wachsende Präsenz asiatischer E-Commerce-Unternehmen in der Hauptstadtregion dürfte die Nachfrage zusätzlich stützen.

„Angebotsseitig stehen insbesondere in peripheren Lagen durch spekulativ errichtete Neubauten ausreichend verfügbare Flächen zur Verfügung. Vor diesem Hintergrund ist für den weiteren Jahresverlauf zunächst von stabilen Mietpreisen auszugehen“, so Bastian Hafner, Head of Logistics & Industrial Advisory der BNP Paribas Real Estate GmbH.

 

Link zum Marktbericht: https://www.realestate.bnpparibas.de/marktberichte/logistikmarkt/berlin-report

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