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„Statt Milliarden für die Vergesellschaftung bestehender Wohnungsaltbestände aufzuwenden und damit den ohnehin angespannten Berliner Haushalt zusätzlich zu belasten, sollte die Politik ihre Kräfte darauf konzentrieren, neuen Wohnraum zu ermöglichen – für Mieter und zukünftige Wohnungseigentümer.“

Portrait von Philip C. Hetzer, Geschäftsführender Gesellschafter von DAHLER Invest
Philip C. Hetzer, Geschäftsführender Gesellschafter von DAHLER Invest. Bildquelle: DAHLER Invest

Statement von Philip C. Hetzer, Geschäftsführender Gesellschafter, DAHLER Invest, zur bevorstehenden Wahl in Berlin

„Statt Milliarden für die Vergesellschaftung bestehender Wohnungsaltbestände aufzuwenden und damit den ohnehin angespannten Berliner Haushalt zusätzlich zu belasten, sollte die Politik ihre Kräfte darauf konzentrieren, neuen Wohnraum zu ermöglichen – für Mieter und zukünftige Wohnungseigentümer. Auch die öffentliche Stimmung scheint sich hier zu verändern: Während beim Volksentscheid 2021 noch 59 Prozent für eine Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände stimmten, bewerten sie laut einer aktuellen infratest-dimap-Umfrage nur noch 37 Prozent eher positiv und 46 Prozent eher negativ. Entscheidend ist aber ohnehin ein anderer Punkt: Das größte Problem des Berliner Wohnungsmarktes sind die hohen Neuvermietungsmieten und die wachsende Kluft zu den Bestandsmieten sowie das Aufteilungsverbot. Dagegen hilft langfristig vor allem eines: ein größeres Angebot durch mehr Neubau.

 „Allein die Diskussion um die Vergesellschaftung von Wohnungsbeständen bewirkt, dass Banken für Projekte in Berlin einen Risikoaufschlag kalkulieren oder Abstand halten.

 „Die politische und regulatorische Unsicherheit der vergangenen Jahre lässt sich auch an der Preisentwicklung für Mehrfamilienhäuser ablesen. Während sich die Preise in anderen deutschen Großstädten bereits deutlicher stabilisiert und erholt haben, hinkt Berlin dieser Entwicklung hinterher. Wer heute in den Berliner Zinshausmarkt einsteigt, findet deshalb ein Preisniveau vor, das wir seit rund zehn Jahren nicht mehr gesehen haben. Gleichzeitig sprechen die fundamentalen Rahmenbedingungen für den Standort: steigende, im Großstadtvergleich jedoch moderate Bestandsmieten, ein anhaltender Wohnraummangel und hohe Neubaukosten begrenzen das zusätzliche Angebot. Daran dürfte auch der Ausgang der Berlinwahl grundsätzlich wenig ändern. Selbst wenn eine rot-grün-rote Koalition die regulatorische Unsicherheit zunächst erhöhen sollte, wird es im Berliner Zinshausmarkt weiterhin selektive Investitionschancen geben. Entscheidend sind dann umso mehr die Mikrolage, die Qualität des Bestands und eine realistische Bewertung der Entwicklungspotenziale.

Gerade in politisch und wirtschaftlich unruhigen Zeiten zeigt sich die besondere Stärke von Wohnimmobilien als Bestandsgold. Sie fungieren als generationenübergreifender Wertspeicher und bieten einen gewissen Schutz vor Inflation. Rahmenbedingungen können sich innerhalb einer Legislaturperiode erheblich verändern, die Immobilie bleibt. Viele Berliner Zinshäuser stehen seit mehr als 100 Jahren und haben unterschiedlichste Krisen und Umbrüche überdauert. Fünf Jahre erratischer Politik ändern daher nichts an der langfristigen Qualität eines guten Investments. Entscheidend sind eine solide Substanz, die richtige Lage, ein langfristiger Anlagehorizont und ein gutes Verhältnis zu den Mietern.“

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