Statements basierend auf einer Online-Pressekonferenz vom 12. Juni 2026 zum Thema „Systembau: Herausforderungen & Chancen“
Christian Möhrke, CEO Cureus
„Serielles Bauen ist in vielen Bereichen längst Realität. Wer regelmäßig ähnliche Gebäude entwickelt, standardisiert Prozesse, Bauteile und Abläufe automatisch – auch wenn das bislang nicht immer so genannt wurde.“
„Die Politik sollte sich weniger auf kurzfristige Maßnahmen konzentrieren und stattdessen für verlässliche Rahmenbedingungen sorgen. Planungssicherheit über mehrere Jahre wäre der wichtigste Beitrag für mehr Neubau.“
„Nachhaltigkeit darf nicht auf einzelne Kennzahlen reduziert werden. Entscheidend ist die langfristige Betrachtung eines Gebäudes über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg.“
Lukas Schermann, Geschäftsführer ELK KAMPA PROJECTS
„Die klassische Bauwirtschaft stößt zunehmend an ihre strukturellen Grenzen. Serielles und modulares Bauen sind keine Allheilmittel, aber wichtige Bausteine, um schneller, planbarer und wirtschaftlicher neuen Wohn- und Nutzraum zu schaffen.“
„Systemisches Bauen bedeutet weit mehr als Vorfertigung. Es umfasst die gesamte Wertschöpfungskette – von der Planung über Produktion und Logistik bis hin zum Betrieb und Lebenszyklus eines Gebäudes.“
„Wenn wir serielles Bauen stärker etablieren wollen, brauchen wir einen Paradigmenwechsel: weg vom improvisierten Einzelprojekt, hin zu standardisierten, planbaren und nachhaltigen Prozessen.“
Johannes Kreißig, Chief Executive Officer DGNB e.V. and DGNB GmbH
„Systembau und architektonische Qualität schließen sich nicht aus. Die Herausforderung besteht darin, gestalterische Qualität mit den Möglichkeiten serieller und standardisierter Bauprozesse intelligent zu verbinden.“
„Serielle und systemische Bauweisen bieten erhebliche Nachhaltigkeitspotenziale, weil Prozesse besser planbar, Materialeinsätze transparenter und Qualitäten einfacher nachweisbar werden.“
„Wir sollten stärker über Ziele statt über Detailvorgaben steuern. Wenn die gewünschte Qualität nachweislich erreicht wird, müssen innovative Bauweisen mehr Freiraum bekommen.“
Michael Neitzel, Geschäftsführer Neitzel Consultants GmbH
„Das größte Potenzial serieller und modularer Bauweisen liegt darin, Bauzeiten deutlich zu verkürzen und dem Fachkräftemangel wirksam zu begegnen. Gerade im Wohnungsbau ist dieses Potenzial bislang noch längst nicht ausgeschöpft.“
„Viele Vorbehalte gegenüber dem seriellen Bauen stammen aus vergangenen Jahrzehnten. Moderne Systemanbieter verfügen heute über eine hohe gestalterische Flexibilität und können sich sehr gut an unterschiedliche Standorte anpassen.“
„Typengenehmigungen können ein wichtiger Hebel sein, um Genehmigungsprozesse zu beschleunigen. Dafür müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen jedoch konsequent weiterentwickelt und praxisgerecht ausgestaltet werden.“