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Warum institutionelle Investoren den Sekundärmarkt als Exit-Strategie entdecken

Jan-Peter Schmidt, Bereichsleiter Private Markets, Fondsbörse Private Markets

Die Zinswende hat zahlreiche institutionelle Investoren mit Immobilienengagements unter Druck gesetzt. Hinzu kommen strukturelle Verschiebungen an den Immobilienmärkten: Einzelhandelsflächen verlieren an Boden gegenüber dem E-Commerce, Büroflächen sind vom dem Trend zum Homeoffice betroffen, und über alle Nutzungsarten hinweg zwingen ESG-Vorgaben zu Entscheidungen im Bestandsmanagement ebenso wie in der Portfolistrategie.

Entsprechend groß ist der Wunsch vieler Häuser, bestehende Positionen anzupassen. Nur ist der Ausstieg aus einem Immobilienspezialfonds selten einfach. Die klassische Rückgabe von Anteilen an die Kapitalverwaltungsgesellschaft ist fristgebunden, langwierig und mit pauschalen Abschlägen verbunden – im ungünstigsten Fall destabilisiert sie sogar die gesamte Fondsstruktur. Kündigt ein Investor, ziehen häufig weitere nach, sodass der Asset Manager unter Zeitdruck Immobilien verkaufen oder Rückgaben aussetzen muss.

Zweistufig und reguliert bringt der Sekundärmarkt die Preisfindung in Bewegung

Genau hier setzt die Fondsbörse Private Markets an. Als regulierte Handelsplattform für Spezialfondsanteile erlaubt sie institutionellen Investoren, ihre Beteiligungen diskret, compliance-konform und zu marktgerechten Konditionen an andere Marktteilnehmer zu übertragen – ohne Eingriff in das Fondsvermögen und ohne Reputationsrisiko. Aus Marktsicht trägt das dazu bei, die seit Jahren stockende Preisfindung am deutschen Immobilienmarkt wieder in Bewegung zu bringen. Häufig braucht es dabei noch Brückenkonstruktionen wie Besserungsscheine oder gestaffelte Kaufpreiszahlungen, um die verbleibende Lücke zwischen Käufer- und Verkäufererwartungen zu schließen.

Technisch läuft der Handel über die Fondsbörse Private Markets zweistufig und reguliert ab: Verkaufsangebote werden zunächst als anonymisierte Teaser an ausgewählte Investoren herangetragen. Besteht Kaufinteresse, erhalten Interessenten Zugang zu einem geschützten Datenraum mit den relevanten Fondsinformationen und können auf dieser Basis Gebote abgeben. Nach Abschluss erfolgen Übertragung und Verbuchung der Anteile in den jeweiligen Depots.

Für den deutschen Markt taxieren Beobachter das jährliche Sekundärmarktvolumen bei Spezialfonds derzeit auf rund 1,5 bis 2,0 Milliarden Euro – bei einem um ein Vielfaches größeren Gesamtfondsvolumen. Die Fondsbörse Private Markets hat sich über zwei Jahrzehnte als der regulierte Handelsplatz etabliert, der diesem Wachstum eine strukturierte, skalierbare Grundlage gibt.

Diskretion als Kernelement, von der auch der Asset Manager profitiert

Im Rahmen eines strukturierten Verkaufsprozesses werden bei den interessierten Investoren Kaufgebote abgefragt; die verkaufende Partei wird erst in einer späten Verfahrensphase benannt. Interessierte Käufer erhalten zunächst Rahmendaten und signalisieren ihre Kaufabsicht. Erst bei konkretem Interesse folgt der vertiefte Austausch – Portfoliodaten, Track Record, Ausschüttungsprognosen – über einen geschlossenen Datenraum und nach Unterzeichnung einer Vertraulichkeitserklärung. So bleibt der Prozess nach außen diskret, während er für die beteiligten Parteien transparent ist.

Das ist kein Komfortmerkmal, sondern handfeste Notwendigkeit: Institutionelle Investoren bewegen sich in einem Umfeld, in dem Reputationsfragen erheblich wiegen. Der Ausstieg aus einem Fonds kann, dem äußeren Anschein nach, als Signal gelesen werden. Über den Sekundärmarkt erscheint dieser Schritt dagegen als strategische Portfolioanpassung – nicht als Vertrauensverlust. Mitanleger, mit denen ein Investor in anderen Vehikeln weiterhin verbunden ist, erfahren innerhalb der Verkaufsprozesses von der Transaktion nichts. Das schafft Handlungsspielraum, der ohne diese Diskretion kaum bestünde.

Auch der Asset Manager profitiert: Er bleibt, sofern gewünscht, eingebunden, ohne dass sich – anders als bei der klassischen Rückgabe – das Mittelaufkommen des Fonds verändert. Käufer und Verkäufer handeln untereinander; Liquidität muss nicht über eilige Objektverkäufe beschafft werden.

Mehr als ein Exit-Instrument

Für Käufer eröffnet sich zugleich der Zugang zu etablierten Fonds mit belastbarer Historie: Track Record und Performance-Daten erlauben fundiertere Entscheidungen und senken das Risiko gegenüber einem Blindpool-Investment – auch gezielte Diversifikation wird so möglich.

Der Sekundärmarkt taugt dabei längst nicht nur als Ein- und Ausstiegsinstrument. Stehen institutionelle Spezialfonds-Portfolios vor auslaufenden Finanzierungen und anstehenden Prolongationen, kann ein neuer, am Fonds beteiligter Investor unter veränderten Bedingungen verhandeln, frisches Eigenkapital einbringen und so Lösungen ermöglichen, die im bisherigen Investorenkreis nicht erreichbar waren. Dabei tritt der Sekundärmarkt nicht in Konkurrenz zu etablierten Restrukturierungswegen, sondern ergänzt sie: Seine Stärke liegt darin, anzusetzen, bevor ein Portfolio notleidend wird und vollständig neu aufgestellt werden muss – und so Eskalationen zu vermeiden.

Fazit

Der Sekundärmarkt für Spezialfondsanteile ist zu einem strategisch relevanten Baustein im Werkzeugkasten institutioneller Investoren geworden – und liefert einem auf Preisreferenzen angewiesenen Markt genau diesen Rahmen. Die Fondsbörse Private Markets stellt dafür die nötige Infrastruktur bereit: reguliert, erprobt und auf die Anforderungen institutioneller Marktteilnehmer zugeschnitten. So wird aus dem erfolgreichen Exit ein attraktiver Einstieg – ohne Eingriff in das Fondsvermögen.

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